Ein ganz besonderes Bild-Ton-Buch.

Einleitung

Ton, Ohren.

Bild, Augen.

Text, Kopf.

Was kommt jeweils dabei heraus, wenn nur mit einem Sinn wahrgenommen wird? Was kommt dabei heraus, wenn wir einen Sinneseindruck mit einem anderen Sinn verarbeiten? Wohl eine Art Rückbesinnung.

In diesem Fall hier war zuerst der Text. Er basiert auf Erfahrungen aller Sinne; auf der Verarbeitung der Sinneserfahrungen im Kopf und ihrem Erscheinen auf Papier durch Kopf, Hände und andere Instrumente.

Diese geschriebenen Worte lösen wiederum Erfahrungen aus.

Was passiert, wenn wir diese Erfahrungen mit unserem Kopf und unseren Händen für die Augen bearbeiten? Sie also zeichnen und den Text für die Augen sinnhaft machen?

Jede Wahrnehmung durch einen Sinn löst automatisch Wahrnehmungen in anderen Sinnen aus. Nur sind das wahrscheinlich keine neuen Wahrnehmungen, sondern Erinnerungen von uns.

Mit solchen sinnlichen Wechselwirkungen experimentiert dieses Werk. In deinen Händen befindet sich etwas mit allen Sinnen wahrgenommenes, durch einen Sinn wiedergegebenes, erneut durch Augen und Ohren wahrnehmbar gemachtes. Eine tripel- oder gar quadrupelsensualität, die anschliessend nochmal Menschen und ihre Sinne und Sinnlichkeit durchwanderte, nachvollziehbar für dich in ihren persönlichen Reflexionen. Sie folgen nach der ersten Grundlage, dem Text, welcher hier von seiner zweiten Interpretation, den Bildern, begleitet wird.

Seine erste Interpretation, die Teil dieses Projektes ist, ist die Musik. Sie entstand improvisiert im Anschluss der Lektüre des Grundlagentextes aller Musizierenden.

Diese Musik haben wir wieder mit dem Text, der Stimme des Autors, nochmal direkter kombiniert im Soundfile zu diesem Druck.

Wir haben nun also diverse Interpretationen einer gleichen Grundlage von verschiedenen Menschen und ihren Instrumenten. So entstehen neue, nie dagewesene Welten, die noch nie zuvor jemand sinnlich erlebt hat.

Wie weit gleichen diese Ausdrücke den Eindrücken von Prend, dem Autor der Grundlage?

Liest du den Text, hörst du danach die Tonaufnahme und schaust du die Bilder an, erhältst du diverse Eindrücke. Schaust du die Bilder an, hörst du dann die Tonaufnahme und liest du den Text … passiert immer das gleiche?

Spielen Zeit und somit die Reihenfolge eine Rolle? Der Text kommt Wort für Wort in uns. Nach und nach formt sich ein Ganzes, bis schliesslich Räume und Welten entstehen.

Ein Bild wird durch Punkte erfasst und zusammengefügt und bildet schnell eine Vorstellung im Kopf. Der Schall verändert den Raum. Ohne Veränderung der eigenen Position und mit geschlossenen Augen sind wir unmittelbar im gleichen Raum, in dem die Improvisation stattfand. Die Dauer der Improvisation kann wie ein Sog diese Eindrücke verstärken.

Daher empfiehlt es sich, vorher genug zu essen, Wasser dabei zu haben und bequem zu liegen. Schnell wird der Körper nicht mehr wahrgenommen und wir sind aufgelöst in allem. Und plötzlich reagiert die Haut! Das Herz! Der Bauch! Die Beine! Ein wohltuendes, sinnerfülltes Sein entsteht.

Wohin? Was tun? Wieso? Wann? Jetzt!

Was wird da wahrgenommen?

Die Musiker in diesem Studio, wegen dem Text den sie gelesen haben und weil sie das sind was sie geworden sind, die dunklen Tiefen der Zeichnungen, die vielen Andeutungen im Text lösen jetzt diese Emotionen aus. Das ist aber alles schon vorbei. Nein. Es ist noch da.

Alles ist da.

Lesen und sehen ermöglicht dieser Druck in deinen Händen. Hören ermöglicht der
Besuch dieses Links:

www.diediebe.ch/feuerkutsche

Probehören: